Seltene-Erden-Magnete: Exportbeschränkungen, Beschaffungsrisiken und Alternativen
Welche Magnete sind von Exportkontrollen für Seltene Erden betroffen? Welche Prüfungen können erforderlich sein? Und wie lässt sich die Versorgung langfristig planen? masetec unterstützt Sie dabei, Magnetwerkstoffe und Magnetklassen technisch einzuordnen, Beschaffungsrisiken frühzeitig zu erkennen und mögliche Alternativen zu prüfen.
Magnetbeschaffung ist heute mehr als eine technische Auswahl
erforderliche Materialprüfungen
Auch bei grundsätzlich HRE-freien Magneten kann ein Nachweis erforderlich sein, der bestätigt, dass keine kontrollierten Bestandteile enthalten sind.
Die richtige Magnetlösung muss nicht nur technisch funktionieren. Sie muss auch langfristig und planbar beschaffbar sein.
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Das Wichtigste zu Seltenen Erden und Magneten im Video
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Weitere InformationenIm Video erfahren Sie:
- ▶ warum nicht alle Magnete gleichermaßen betroffen sind
- ▶ was HRE-frei bei Neodym-Magneten bedeutet
- ▶ weshalb Materialprüfungen erforderlich sein können
- ▶ welche Magnetklassen frühzeitig geprüft werden sollten
- ▶ wie masetec die langfristige Bedarfsplanung unterstützt
Seltene Erden und Magnete: Was Einkäufer beachten sollten
Welche Magnettypen sind von den Exportkontrollen betroffen?
Nicht jeder Permanentmagnet enthält Seltene Erden. Für die erste Einordnung ist deshalb der eingesetzte Magnetwerkstoff entscheidend.
Neodym-Magnete – NdFeB
Neodym-Magnete →
Samarium-Kobalt-Magnete – SmCo
Samarium-Kobalt-Magnete →
AlNiCo-Magnete
AlNiCo-Magnete →
Hartferrit-Magnete
Hartferrit-Magnete →
Übersicht: Seltene Erden nach Magnetwerkstoff
| Magnetwerkstoff | Enthält Seltene Erden? | Beschaffungsrelevante Einordnung |
|---|---|---|
| Neodym – NdFeB | Ja | Dy oder Tb können je nach Ausführung zusätzlich enthalten sein |
| Samarium-Kobalt – SmCo | Ja | Samarium kann Export- und Lizenzanforderungen auslösen |
| AlNiCo | Grundsätzlich nein | Materialnachweis kann dennoch erforderlich sein |
| Hartferrit | Nein | geringere HRE-Relevanz, technische Eignung separat prüfen |
Ob eine Prüfung oder Exportgenehmigung erforderlich ist, muss immer anhand des konkreten Materials, der Produktausführung und der aktuellen Vorgaben bewertet werden.
HRE-frei heißt nicht selten-erden-frei
HRE-freier NdFeB-Magnet
Auch bei grundsätzlich HRE-freien Magneten kann ein Nachweis erforderlich sein, der bestätigt, dass keine kontrollierten Bestandteile enthalten sind.
Ein HRE-freier NdFeB-Magnet enthält weiterhin Neodym.
Ein Materialnachweis kann erforderlich sein, um zu bestätigen, dass keine kontrollierten Bestandteile enthalten sind. Wird ein vorhandenes Prüfergebnis nicht akzeptiert oder eine zusätzliche Prüfung veranlasst, können sich Freigabe- und Lieferzeiten verlängern.
Welche Seltenen Erden unterliegen aktuell Exportbeschränkungen?
Die aktuellen Exportbeschränkungen betreffen mehrere Seltene Erden mit unterschiedlichen industriellen Einsatzgebieten. Für Magnetanwendungen bei masetec sind vor allem Samarium, Terbium und Dysprosium relevant. Samarium ist Bestandteil von SmCo-Magneten. Terbium und Dysprosium können bei leistungs- und temperaturstabilen NdFeB-Magneten eingesetzt werden.
| Seltene Erde | Symbol | Bedeutung im industriellen Einsatz | Relevanz für masetec |
|---|---|---|---|
| Samarium | Sm | Bestandteil von SmCo-Permanentmagneten | Hoch |
| Gadolinium | Gd | Spezialmagnete, Magnetokalorik, Legierungen und Neutronenabsorption | Gering |
| Terbium | Tb | Kann die Koerzitivfeldstärke und Temperaturbeständigkeit von NdFeB-Magneten erhöhen | Hoch |
| Dysprosium | Dy | Relevant für die Temperaturstabilisierung von NdFeB-Hochleistungsmagneten | Hoch |
| Lutetium | Lu | Szintillationskristalle, Spezialkatalysatoren und Hightech-Anwendungen | Gering |
| Scandium | Sc | Aluminium-Scandium-Legierungen und SOFC-Brennstoffzellen | Gering |
| Yttrium | Y | Keramik, Laser, Leuchtstoffe, Hochtemperaturwerkstoffe und Beschichtungen | Gering |
Welche Magnetklassen müssen besonders geprüft werden?
Nach der derzeitigen Einordnung können NdFeB-Magnete bis einschließlich SH-Grade mit einer entsprechenden Materialprüfung exportiert werden. Bei höheren Magnetklassen können HRE-relevante Rohstoffe wie Dysprosium oder Terbium enthalten sein. In diesen Fällen müssen die aktuellen Export- und Lizenzanforderungen gesondert geprüft werden.
| Magnetgruppe | Aktuelle Einordnung | Was muss berücksichtigt werden? |
|---|---|---|
| Hartferrit und AlNiCo | grundsätzlich ohne Seltene Erden | Materialprüfung vor dem Export und technische Eignung |
| NdFeB bis einschließlich SH-Grade | derzeit mit Materialprüfung exportierbar | konkrete Materialrezeptur und Nachweis, dass keine kontrollierten Rohstoffe enthalten sind |
| NdFeB ab UH-Grade | HRE-relevante Rohstoffe wie Dysprosium oder Terbium können enthalten sein | tatsächliche Zusammensetzung sowie aktuelle Export- und Lizenzanforderungen |
| SmCo | enthält Samarium | aktuelle Export- und Lizenzanforderungen |
Die Magnetklasse ermöglicht eine erste Einordnung
Wichtig: Diese Einordnung entspricht dem aktuellen Informationsstand. Exportvorgaben und behördliche Prüfverfahren können sich kurzfristig ändern. Deshalb prüft masetec die Anforderungen für jede konkrete Anfrage erneut.
Was bedeuten die Exportkontrollen für den Einkauf?
- Bedarfsplanung
- Produktion
- Materialprüfung
- ggf. Exportlizenz
- Zoll- und Exportfreigabe
- Transport
Mögliche Folgen für die Lieferkette
Empfehlung für den Einkauf:
Prüfen Sie nicht nur die nächste Bestellung. Erfassen Sie frühzeitig, welche Mengen und Magnetklassen über einen längeren Zeitraum benötigt werden und welche Liefertermine für Ihre Produktion kritisch sind.
Welche Alternativen zu bestehenden Magnetlösungen gibt es?
Ob eine Alternative technisch geeignet ist, hängt unter anderem von Magnetkraft, Temperatur, Bauraum, Luftspalt, Gegenfeldern und Einbausituation ab.
Materialzusammensetzung optimieren
Anderen Magnetwerkstoff prüfen
Magnetsystem konstruktiv anpassen
So unterstützt masetec Ihre Versorgungssicherheit
Technische Einordnung
Wir prüfen Magnetwerkstoff, Magnetklasse, Temperaturanforderungen, Magnetkraft, Bauraum und mögliche alternative Ausführungen.
Materialprüfung und Exportanforderungen
masetec koordiniert notwendige Materialprüfungen, stimmt Dokumente mit den beteiligten Lieferanten ab und berücksichtigt mögliche Exportanforderungen frühzeitig.
Langfristige Bedarfsplanung
Gemeinsam betrachten wir Jahresmengen, kritische Liefertermine, mögliche Sicherheitsbestände und alternative Magnetklassen.
Rahmenaufträge und Lagerhaltung
Für planbare Bedarfe bietet masetec Rahmenaufträge und eine kundenspezifische Bevorratung an.
Ihre Vorteile:
- langfristige Mengenplanung
- bedarfsgerechter Abruf
- definierte Lagerbestände
- höhere Planungssicherheit
- geringeres Risiko bei kurzfristigen Verzögerungen
masetec liefert nicht nur Magnete. Wir betrachten technische Eignung, Materialzusammensetzung, Exportanforderungen und langfristige Verfügbarkeit gemeinsam.
Welche Angaben helfen bei der technischen Prüfung?
Je genauer die Anforderungen bekannt sind, desto belastbarer lassen sich eine mögliche Alternative und die Beschaffungsstrategie bewerten.
- aktueller Magnetwerkstoff
- Magnetklasse beziehungsweise Grade
- Abmessungen und Magnetisierung
- maximale Einsatztemperatur
- benötigte Magnetkraft oder Flussdichte
- Einbausituation und Luftspalt
- Jahresbedarf
- gewünschter Lieferzeitraum
- Einzelmagnet oder Magnetbaugruppe
Häufig gestellte Fragen zu Seltenen Erden und Magneten
NdFeB- beziehungsweise Neodym-Magnete und Samarium-Kobalt-Magnete enthalten Seltene Erden. Hartferrit- und AlNiCo-Magnete kommen grundsätzlich ohne Seltene Erden aus.
Nein. Ein HRE-freier NdFeB-Magnet enthält weiterhin Neodym. HRE-frei bedeutet, dass bestimmte schwere Seltene Erden wie Dysprosium oder Terbium laut Spezifikation nicht enthalten sind.
Nach der derzeitigen Einordnung können NdFeB-Magnete bis einschließlich SH-Grade mit einer entsprechenden Materialprüfung exportiert werden. Bei NdFeB-Magneten ab UH-Grade können exportbeschränkte Rohstoffe wie Dysprosium enthalten sein. In diesen Fällen ist in der Regel eine Exportlizenz erforderlich. Entscheidend bleibt die konkrete Materialzusammensetzung und Produktausführung.
Mit der Materialprüfung wird nachgewiesen, dass im Magneten keine der aktuell exportbeschränkten Seltenen Erden eingesetzt wurden. Der Prüfbericht wird direkt über das Werk veranlasst und beim Export den chinesischen Zollbehörden vorgelegt.
In der Vergangenheit wurden Prüfberichte teilweise gefälscht und dadurch Materialien exportiert, die eigentlich einer Lizenzpflicht unterlagen. Dies ist bei stichprobenartigen Kontrollen durch den chinesischen Zoll aufgefallen. In der Folge werden externe Prüfberichte teilweise erneut überprüft. Der chinesische Zoll kann deshalb eine zusätzliche eigene Materialprüfung veranlassen, bevor die Ware für den Export freigegeben wird.
Wird der externe Prüfbericht vom chinesischen Zoll akzeptiert, kann die Sendung in der Regel unmittelbar nach Abschluss der übrigen Exportformalitäten freigegeben werden. Wird der externe Prüfbericht angezweifelt und eine zusätzliche Materialprüfung durch den Zoll angeordnet, kann sich der Versand um etwa eine bis sechs Wochen verzögern.
Für eine externe Materialprüfung fallen in der Regel Kosten von etwa 200 bis 300 US-Dollar an. Die tatsächlichen Kosten können je nach Material, Prüfumfang und Exportvorgang abweichen.
Ist für einen Magneten oder eine Magnetbaugruppe eine Exportlizenz erforderlich, begleiten wir gemeinsam mit Ihnen den notwendigen Prozess. Dafür müssen verschiedene Angaben und Dokumente zum Produkt, zum Empfänger und zur vorgesehenen Verwendung bereitgestellt werden. Dazu gehören unter anderem Angaben zur Endverwendung, eine Dual-Use-Erklärung sowie die Bestätigung, dass das Produkt nicht für militärische Zwecke verwendet wird. Die konkreten Anforderungen richten sich nach dem jeweiligen Produkt und dem vorgesehenen Einsatz.
Sind alle erforderlichen Angaben vollständig und wahrheitsgemäß und erfüllen sie die Anforderungen der chinesischen Behörden, kann die Beantragung einer Exportlizenz bis zu sechs Monate dauern. Die Lizenz ist in der Regel nur für die beantragte beziehungsweise genehmigte Menge gültig. Nach Ausschöpfung oder Ablauf muss für weiteren Bedarf erneut eine Lizenz beantragt werden. Gerade bei regelmäßig benötigten Magneten ist deshalb eine langfristige Bedarfsplanung besonders wichtig.
Magnetbaugruppen müssen individuell betrachtet werden. Entscheidend sind unter anderem der eingesetzte Magnetwerkstoff, der konstruktive Aufbau der Baugruppe und die konkrete Produktausführung. Einige Baugruppen können auch dann, wenn Seltene Erden enthalten sind, nach vorheriger Prüfung durch das chinesische Ministry of Commerce (MOFCOM) ohne separate Exportlizenz ausgeführt werden. Bei anderen Magnetbaugruppen ist dagegen eine Exportlizenz erforderlich. Dies betrifft insbesondere Baugruppen, in denen NdFeB-Magnete ab UH-Grade oder SmCo-Magnete verbaut sind. masetec unterstützt Sie dabei, die konkrete Baugruppe bereits vor der Beschaffung einzuordnen und die erforderlichen Schritte zu prüfen.
In bestimmten Anwendungen ja. Hartferrit besitzt jedoch eine geringere magnetische Leistungsdichte. Deshalb können größere Abmessungen oder konstruktive Anpassungen notwendig sein.
Nicht immer. Magnetkraft, Temperatur, Bauraum, Luftspalt, Magnetisierung und das gesamte Magnetsystem müssen gemeinsam bewertet werden.
masetec unterstützt bei der technischen Einordnung der Magnetklasse, notwendigen Materialprüfungen und möglichen Exportanforderungen sowie bei der Bewertung alternativer Ausführungen. Für planbare Bedarfe können zusätzlich Rahmenaufträge und eine kundenspezifische Lagerhaltung eingesetzt werden, um längere Wiederbeschaffungs- und Freigabezeiten besser abzufedern.
Magnetlösung prüfen lassen
Je früher Magnetklasse, Anwendung und zukünftiger Bedarf bekannt sind, desto besser lassen sich Beschaffungsrisiken und mögliche Alternativen bewerten.
Beschreiben Sie uns Ihre Anwendung und Ihren zukünftigen Magnetbedarf. Unser Vertrieb setzt sich mit Ihnen in Verbindung.
Heiner Buckmann | Product-Manager
REDAKTIONELLE ANGABEN
Informationsstand: August 2026
Letzte fachliche Prüfung: 05.08.2026
Fachlich geprüft durch: Morris Wilisch (Managing Director)
Regulatorische Vorgaben können sich kurzfristig verändern. Die aktuelle Situation wird für jede Anfrage individuell geprüft.