Neodym- und SmCo-Magnete sicher beschaffen
Neodym- und Samarium-Kobalt-Magnete sind leistungsstarke Permanentmagnete für anspruchsvolle Industrieanwendungen. Bei der Beschaffung müssen heute jedoch je nach Werkstoff und Magnetklasse zusätzliche Materialprüfungen, Exportanforderungen und mögliche Lizenzverfahren berücksichtigt werden. masetec unterstützt bei der technischen Auswahl, Beschaffung und langfristigen Versorgung Ihrer Magnetlösung.
Magnetbeschaffung ist heute mehr als die Auswahl des richtigen Werkstoffs
Bei Neodym- und SmCo-Magneten zählen nicht nur Magnetkraft, Temperaturbeständigkeit, Abmessungen und Kosten. Auch Materialzusammensetzung, Magnetklasse und aktuelle Exportanforderungen können die Beschaffung beeinflussen.
Während bei Neodym-Magneten insbesondere höhere Temperaturklassen ab UH-Grade genauer betrachtet werden müssen, ist bei SmCo-Magneten aufgrund des enthaltenen Samariums grundsätzlich eine Exportlizenz erforderlich. Materialprüfungen, Nachweise und mögliche Lizenzverfahren können dadurch zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.
Für Einkauf und Entwicklung bedeutet das: Technische Auslegung und Beschaffbarkeit sollten von Anfang an gemeinsam betrachtet werden.
Magnetlösung prüfen lassen
Je früher Magnetklasse, Anwendung und zukünftiger Bedarf bekannt sind, desto besser lassen sich Beschaffungsrisiken und mögliche Alternativen bewerten.
Beschreiben Sie uns Ihre Anwendung und Ihren zukünftigen Magnetbedarf. Unser Vertrieb setzt sich mit Ihnen in Verbindung.
Heiner Buckmann | Product-Manager
Das Wichtigste zu Seltenen Erden und Magneten im Video
Im Video erfahren Sie:
- warum nicht alle Magnete gleichermaßen betroffen sind
- was HRE-frei bei Neodym-Magneten bedeutet
- weshalb Materialprüfungen erforderlich sein können
- welche Magnetklassen frühzeitig geprüft werden sollten
- wie masetec die langfristige Bedarfsplanung unterstützt
Welche Magnettypen sind von den Exportkontrollen betroffen?
Nicht jeder Permanentmagnet enthält Seltene Erden. Für die erste Einordnung ist deshalb der eingesetzte Magnetwerkstoff entscheidend.
Neodym-Magnete – NdFeB
Neodym-Magnete enthalten Seltene Erden. Je nach Magnetklasse und Temperaturanforderung können zusätzlich Dysprosium oder Terbium eingesetzt werden.
Mehr über Neodym-Magnete →
Samarium-Kobalt-Magnete – SmCo
SmCo-Magnete enthalten Samarium. Mögliche Export- und Lizenzanforderungen sollten deshalb frühzeitig in die Beschaffungsplanung einbezogen werden.
Mehr über Samarium-Kobalt-Magnete →
AlNiCo-Magnete
AlNiCo-Magnete enthalten grundsätzlich keine Seltenen Erden. Eine Materialprüfung kann dennoch erforderlich sein, um die tatsächliche Zusammensetzung zu bestätigen.
Mehr über AlNiCo-Magnete →
Hartferrit-Magnete
Hartferrit-Magnete kommen ohne Seltene Erden aus. Aufgrund ihrer geringeren magnetischen Leistungsdichte sind sie jedoch nicht immer ein direkter Ersatz für Neodym-Magnete.
Mehr über Hartferrit-Magnete →HRE-frei heißt nicht selten-erden-frei
HRE steht für Heavy Rare Earths, also schwere Seltene Erden. Bei NdFeB-Magneten sind insbesondere Dysprosium und Terbium relevant. Sie können eingesetzt werden, um Koerzitivfeldstärke und Temperaturbeständigkeit zu erhöhen. Ein HRE-freier NdFeB-Magnet enthält weiterhin Neodym, laut Spezifikation jedoch keine entsprechend definierten schweren Seltenen Erden.
HRE-freier NdFeB-Magnet
Enthält typischerweise:
- Neodym
- Eisen
- Bor
- weitere Legierungsbestandteile
Enthält laut HRE-freier Spezifikation nicht:
- Dysprosium
- Terbium
HRE-frei bedeutet weder selten-erden-frei noch automatisch prüfungsfrei.
Je nach Exportanforderung kann eine Materialprüfung erforderlich sein.
Welche Seltenen Erden unterliegen aktuell Exportbeschränkungen?
Stand: August 2026
Die aktuellen Exportbeschränkungen betreffen mehrere Seltene Erden mit unterschiedlichen industriellen Einsatzgebieten. Für Magnetanwendungen bei masetec sind vor allem Samarium, Terbium und Dysprosium relevant. Samarium ist Bestandteil von SmCo-Magneten. Terbium und Dysprosium können bei leistungs- und temperaturstabilen NdFeB-Magneten eingesetzt werden.
| Seltene Erde | Symbol | Bedeutung im industriellen Einsatz | Relevanz für masetec |
|---|---|---|---|
| Samarium | Sm | Bestandteil von SmCo-Permanentmagneten | Hoch |
| Gadolinium | Gd | Spezialmagnete, Magnetokalorik, Legierungen und Neutronenabsorption | Gering |
| Terbium | Tb | Kann die Koerzitivfeldstärke und Temperaturbeständigkeit von NdFeB-Magneten erhöhen | Hoch |
| Dysprosium | Dy | Relevant für die Temperaturstabilisierung von NdFeB-Hochleistungsmagneten | Hoch |
| Lutetium | Lu | Szintillationskristalle, Spezialkatalysatoren und Hightech-Anwendungen | Gering |
| Scandium | Sc | Aluminium-Scandium-Legierungen und SOFC-Brennstoffzellen | Gering |
| Yttrium | Y | Keramik, Laser, Leuchtstoffe, Hochtemperaturwerkstoffe und Beschichtungen | Gering |
Hinweis zur Aktualität: Die regulatorische Einordnung kann sich ändern. masetec prüft die jeweils aktuellen Anforderungen für konkrete Anfragen individuell.
Welche Magnetklassen müssen besonders geprüft werden?
Die Magnetklasse liefert wichtige Hinweise auf Temperaturbeständigkeit und magnetische Eigenschaften. Nach der derzeitigen Einordnung können NdFeB-Magnete bis einschließlich SH-Grade mit einer entsprechenden Materialprüfung exportiert werden. Ab UH-Grade können exportbeschränkte HRE-Rohstoffe wie Dysprosium oder Terbium enthalten sein; dann müssen die aktuellen Export- und Lizenzanforderungen gesondert geprüft werden.
| Magnetgruppe | Aktuelle Einordnung | Was muss berücksichtigt werden? |
|---|---|---|
| Hartferrit und AlNiCo | grundsätzlich ohne Seltene Erden | Materialprüfung vor dem Export und technische Eignung |
| NdFeB bis einschließlich SH-Grade | derzeit mit Materialprüfung exportierbar | konkrete Materialrezeptur und Nachweis, dass keine kontrollierten Rohstoffe enthalten sind |
| NdFeB ab UH-Grade | HRE-relevante Rohstoffe wie Dysprosium oder Terbium können enthalten sein | tatsächliche Zusammensetzung sowie aktuelle Export- und Lizenzanforderungen |
| SmCo | enthält Samarium | aktuelle Export- und Lizenzanforderungen |
Wichtig: Diese Einordnung entspricht dem aktuellen Informationsstand. Exportvorgaben und behördliche Prüfverfahren können sich kurzfristig ändern. Deshalb prüft masetec die Anforderungen für jede konkrete Anfrage erneut.
Was bedeuten die Exportkontrollen für den Einkauf?
Exportkontrollen führen nicht automatisch zu einem vollständigen Exportstopp. Sie können jedoch zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Genehmigungsschritte erforderlich machen.
- Bedarfsplanung
- Produktion
- Materialprüfung
- ggf. Exportlizenz
- Zoll- und Exportfreigabe
- Transport
Mögliche Folgen für die Lieferkette
- längere oder schwankende Wiederbeschaffungszeiten
- zusätzliche Material- und Endverwendungsnachweise
- verzögerte Zoll- und Exportfreigaben
- eingeschränkte Verfügbarkeit einzelner Magnetklassen
- Preisänderungen bei Rohstoffen und Transport
- höherer Aufwand bei kurzfristiger Nachbeschaffung
Empfehlung für den Einkauf:
Prüfen Sie nicht nur die nächste Bestellung. Erfassen Sie frühzeitig, welche Mengen und Magnetklassen über einen längeren Zeitraum benötigt werden und welche Liefertermine für Ihre Produktion kritisch sind.
Konkrete Liefer-, Prüf- und Lizenzzeiten werden projektbezogen bewertet, da sich die Rahmenbedingungen kurzfristig verändern können.
Welche Alternativen zu bestehenden Magnetlösungen gibt es?
Eine andere Magnetklasse oder ein anderer Magnetwerkstoff ist nur selten ein direkter 1:1-Ersatz.
Ob eine Alternative technisch geeignet ist, hängt unter anderem von Magnetkraft, Temperatur, Bauraum, Luftspalt, Gegenfeldern und Einbausituation ab.
Materialzusammensetzung optimieren
In bestimmten Anwendungen kann geprüft werden, ob eine HRE-freie oder HRE-reduzierte NdFeB-Ausführung ausreicht. Relevant sind insbesondere folgende Fragen:
- Welche maximale Temperatur tritt tatsächlich am Magneten auf?
- Welche Magnetleistung wird im realen Arbeitspunkt benötigt und welche Gegenfelder wirken?
- Bestehen Sicherheitsreserven oder Möglichkeiten zur Anpassung der Magnetgeometrie?
Auch Grain Boundary Diffusion (GBD) kann eine mögliche Lösung sein. Dabei werden schwere Seltene Erden gezielt in Randbereiche der Magnetkörner eingebracht, um die Koerzitivfeldstärke zu erhöhen und den Bedarf an Dysprosium oder Terbium zu reduzieren. Die Eignung hängt von Geometrie, Abmessungen, Magnetklasse und Herstellungsverfahren ab.
Anderen Magnetwerkstoff prüfen
Abhängig von der Anwendung können Hartferrit, AlNiCo oder SmCo geprüft werden:
- Hartferrit: ohne Seltene Erden, aber geringere magnetische Leistungsdichte
- AlNiCo: hohe Temperaturbeständigkeit, aber geringere Koerzitivfeldstärke
- SmCo: für hohe Temperaturen geeignet, enthält jedoch Samarium
Die jeweiligen technischen Eigenschaften finden Sie auf den verlinkten Produktseiten.
Magnetsystem konstruktiv anpassen
Neben dem Werkstoff kann auch die gesamte Magnetauslegung optimiert werden:
- Magnetgeometrie und Magnetvolumen
- Magnetisierungsrichtung
- Luftspalt
- magnetischer Rückschluss
- Sensorabstand
- Einbauposition
Eine alternative Magnetlösung muss immer im vollständigen Magnetsystem bewertet werden.
UNVERBINDLICH ANFRAGEN →So unterstützt masetec Ihre Versorgungssicherheit
masetec betrachtet nicht nur den einzelnen Magneten. Wir beziehen technische Anforderungen, Materialzusammensetzung, Exportbedingungen und langfristige Beschaffbarkeit in die Bewertung ein.
Technische Einordnung
Wir prüfen Magnetwerkstoff, Magnetklasse, Temperaturanforderungen, Magnetkraft, Bauraum und mögliche alternative Ausführungen.
Materialprüfung und Exportanforderungen
masetec koordiniert notwendige Materialprüfungen, stimmt Dokumente mit den beteiligten Lieferanten ab und berücksichtigt mögliche Exportanforderungen frühzeitig.
Langfristige Bedarfsplanung
Gemeinsam betrachten wir Jahresmengen, kritische Liefertermine, mögliche Sicherheitsbestände und alternative Magnetklassen.
Rahmenaufträge und Lagerhaltung
Für planbare Bedarfe bietet masetec Rahmenaufträge und eine kundenspezifische Bevorratung an.
Ihre Vorteile:
- langfristige Mengenplanung
- bedarfsgerechter Abruf
- definierte Lagerbestände
- höhere Planungssicherheit
- geringeres Risiko bei kurzfristigen Verzögerungen
masetec liefert nicht nur Magnete. Wir betrachten technische Eignung, Materialzusammensetzung, Exportanforderungen und langfristige Verfügbarkeit gemeinsam.
UNVERBINDLICH ANFRAGEN →Häufig gestellte Fragen zu Seltenen Erden und Magneten
NdFeB- beziehungsweise Neodym-Magnete und Samarium-Kobalt-Magnete enthalten Seltene Erden. Hartferrit- und AlNiCo-Magnete kommen grundsätzlich ohne Seltene Erden aus.
Nein. Ein HRE-freier NdFeB-Magnet enthält weiterhin Neodym. HRE-frei bedeutet, dass bestimmte schwere Seltene Erden wie Dysprosium oder Terbium laut Spezifikation nicht enthalten sind.
Nach der derzeitigen Einordnung können NdFeB-Magnete bis einschließlich SH-Grade mit einer entsprechenden Materialprüfung exportiert werden. Bei NdFeB-Magneten ab UH-Grade können exportbeschränkte Rohstoffe wie Dysprosium enthalten sein. In diesen Fällen ist in der Regel eine Exportlizenz erforderlich. Entscheidend bleibt die konkrete Materialzusammensetzung und Produktausführung.
Mit der Materialprüfung wird nachgewiesen, dass im Magneten keine der aktuell exportbeschränkten Seltenen Erden eingesetzt wurden. Der Prüfbericht wird direkt über das Werk veranlasst und beim Export den chinesischen Zollbehörden vorgelegt.
In der Vergangenheit wurden Prüfberichte teilweise gefälscht und dadurch Materialien exportiert, die eigentlich einer Lizenzpflicht unterlagen. Dies ist bei stichprobenartigen Kontrollen durch den chinesischen Zoll aufgefallen. In der Folge werden externe Prüfberichte teilweise erneut überprüft. Der chinesische Zoll kann deshalb eine zusätzliche eigene Materialprüfung veranlassen, bevor die Ware für den Export freigegeben wird.
Wird der externe Prüfbericht vom chinesischen Zoll akzeptiert, kann die Sendung in der Regel unmittelbar nach Abschluss der übrigen Exportformalitäten freigegeben werden. Wird der externe Prüfbericht angezweifelt und eine zusätzliche Materialprüfung durch den Zoll angeordnet, kann sich der Versand um etwa eine bis sechs Wochen verzögern.
Für eine externe Materialprüfung fallen in der Regel Kosten von etwa 200 bis 300 US-Dollar an. Die tatsächlichen Kosten können je nach Material, Prüfumfang und Exportvorgang abweichen.
Ist für einen Magneten oder eine Magnetbaugruppe eine Exportlizenz erforderlich, begleiten wir gemeinsam mit Ihnen den notwendigen Prozess. Dafür müssen verschiedene Angaben und Dokumente zum Produkt, zum Empfänger und zur vorgesehenen Verwendung bereitgestellt werden. Dazu gehören unter anderem Angaben zur Endverwendung, eine Dual-Use-Erklärung sowie die Bestätigung, dass das Produkt nicht für militärische Zwecke verwendet wird. Die konkreten Anforderungen richten sich nach dem jeweiligen Produkt und dem vorgesehenen Einsatz.
Sind alle erforderlichen Angaben vollständig und wahrheitsgemäß und erfüllen sie die Anforderungen der chinesischen Behörden, kann die Beantragung einer Exportlizenz bis zu sechs Monate dauern. Die Lizenz ist in der Regel nur für die beantragte beziehungsweise genehmigte Menge gültig. Nach Ausschöpfung oder Ablauf muss für weiteren Bedarf erneut eine Lizenz beantragt werden. Gerade bei regelmäßig benötigten Magneten ist deshalb eine langfristige Bedarfsplanung besonders wichtig.
Magnetbaugruppen müssen individuell betrachtet werden. Entscheidend sind unter anderem der eingesetzte Magnetwerkstoff, der konstruktive Aufbau der Baugruppe und die konkrete Produktausführung. Einige Baugruppen können auch dann, wenn Seltene Erden enthalten sind, nach vorheriger Prüfung durch das chinesische Ministry of Commerce (MOFCOM) ohne separate Exportlizenz ausgeführt werden. Bei anderen Magnetbaugruppen ist dagegen eine Exportlizenz erforderlich. Dies betrifft insbesondere Baugruppen, in denen NdFeB-Magnete ab UH-Grade oder SmCo-Magnete verbaut sind. masetec unterstützt Sie dabei, die konkrete Baugruppe bereits vor der Beschaffung einzuordnen und die erforderlichen Schritte zu prüfen.
In bestimmten Anwendungen ja. Hartferrit besitzt jedoch eine geringere magnetische Leistungsdichte. Deshalb können größere Abmessungen oder konstruktive Anpassungen notwendig sein.
Nicht immer. Magnetkraft, Temperatur, Bauraum, Luftspalt, Magnetisierung und das gesamte Magnetsystem müssen gemeinsam bewertet werden.
masetec unterstützt bei der technischen Einordnung der Magnetklasse, notwendigen Materialprüfungen und möglichen Exportanforderungen sowie bei der Bewertung alternativer Ausführungen. Für planbare Bedarfe können zusätzlich Rahmenaufträge und eine kundenspezifische Lagerhaltung eingesetzt werden, um längere Wiederbeschaffungs- und Freigabezeiten besser abzufedern.
REDAKTIONELLE ANGABEN
Informationsstand: August 2026
Letzte fachliche Prüfung: 05.08.2026
Fachlich geprüft durch: Morris Wilisch (Managing Director)
Regulatorische Vorgaben können sich kurzfristig verändern. Die aktuelle Situation wird für jede Anfrage individuell geprüft.
